DBT-Gruppentherapie: Fähigkeiten für den Umgang mit starken Gefühlen

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DBT-Gruppentherapie: Fähigkeiten für den Umgang mit starken Gefühlen

Eine DBT-Gruppentherapie vermittelt praktische Fähigkeiten, die dabei helfen können, intensive Gefühle, belastende Situationen und zwischenmenschliche Konflikte besser zu bewältigen. DBT steht für „Dialektisch-Behaviorale Therapie“ und wurde ursprünglich für Menschen mit einer Borderline-Persönlichkeitsstörung entwickelt. Heute werden DBT-Ansätze auch bei anderen psychischen Belastungen eingesetzt. Ob die Behandlung geeignet ist, sollte gemeinsam mit einer qualifizierten Fachperson geklärt werden.

Was geschieht in einer DBT-Gruppe?

Viele DBT-Gruppen sind als strukturiertes Fertigkeitentraining aufgebaut. Die Teilnehmenden lernen bestimmte Strategien kennen, besprechen deren Anwendung und üben sie anhand von Alltagssituationen. Im Mittelpunkt steht nicht, persönliche Erlebnisse ausführlich in der Gruppe zu bearbeiten. Dafür sind Einzeltherapie oder andere Behandlungsangebote häufig besser geeignet. Die konkrete Gestaltung kann je nach Einrichtung und Therapieprogramm variieren.

Die Gruppe bietet einen geschützten Rahmen, um neue Verhaltensweisen auszuprobieren und von den Erfahrungen anderer zu lernen. Dabei gelten klare Regeln, etwa zur Vertraulichkeit und zum respektvollen Umgang miteinander.

Die vier zentralen Themenbereiche

Achtsamkeit

Achtsamkeitsfertigkeiten helfen, die Aufmerksamkeit auf den gegenwärtigen Moment zu richten und Gedanken, Gefühle sowie Körperempfindungen bewusster wahrzunehmen. Ziel ist, zunächst zu beobachten, statt unmittelbar und automatisch zu reagieren.

Stresstoleranz

In diesem Bereich geht es darum, akute Krisen und starke Anspannung zu überstehen, ohne die Situation zusätzlich zu verschlimmern. Die Teilnehmenden lernen beispielsweise, innezuhalten, kurzfristig hilfreiche Strategien einzusetzen und die nächsten Schritte zu planen.

Umgang mit Gefühlen

Das Training unterstützt dabei, Gefühle besser zu erkennen und zu verstehen. Es geht unter anderem darum, Auslöser wahrzunehmen, die eigene Verletzlichkeit gegenüber Belastungen zu reduzieren und angemessene Möglichkeiten zu finden, mit Emotionen umzugehen.

Zwischenmenschliche Fähigkeiten

Dieser Bereich vermittelt Strategien für klare Kommunikation, den Umgang mit Konflikten und das Setzen von Grenzen. Ziel ist, eigene Anliegen auszudrücken und zugleich Beziehungen sowie die eigenen Werte im Blick zu behalten.

Was bedeutet „dialektisch“?

Der Begriff verweist auf das Zusammenbringen scheinbar gegensätzlicher Perspektiven. In der DBT spielen Akzeptanz und Veränderung eine zentrale Rolle: Die eigene Situation und die gegenwärtigen Gefühle sollen ernst genommen werden, während zugleich neue Wege im Umgang mit Schwierigkeiten erarbeitet werden. Die Gruppe unterstützt dabei, beides miteinander zu verbinden.

Ist die Gruppentherapie eine vollständige DBT-Behandlung?

Ein Fertigkeitentraining kann ein wichtiger Teil einer umfassenden DBT sein, ersetzt aber nicht automatisch das gesamte Behandlungskonzept. Eine vollständige DBT umfasst je nach Programm weitere Bestandteile, etwa Einzeltherapie und Unterstützung bei der Anwendung der Fertigkeiten im Alltag. Welche Bausteine sinnvoll sind, hängt von den individuellen Bedürfnissen und dem jeweiligen Angebot ab.

Für wen kann DBT-Gruppentherapie geeignet sein?

DBT-Gruppen können für Menschen hilfreich sein, die Schwierigkeiten haben, starke Gefühle zu regulieren, Krisen zu bewältigen oder Beziehungen stabil zu gestalten. Voraussetzung ist, dass das Programm zur persönlichen Situation passt. Eine psychotherapeutische oder ärztliche Fachperson kann gemeinsam mit der betroffenen Person klären, welche Unterstützung geeignet ist und ob vor dem Einstieg bestimmte Schritte erforderlich sind.

Was sollten Teilnehmende erwarten?

DBT-Gruppentherapie ist meist aktiv und übungsorientiert. Neben den Gruppenterminen kann es Aufgaben geben, bei denen die erlernten Fertigkeiten zwischen den Sitzungen im Alltag ausprobiert werden. Veränderungen entstehen in der Regel nicht sofort: Regelmäßiges Üben und Geduld sind wichtige Bestandteile des Lernprozesses. Es ist außerdem normal, dass nicht jede Technik für jede Person gleich gut funktioniert.

Fazit

Eine DBT-Gruppentherapie bietet einen strukturierten Rahmen, um alltagsnahe Fähigkeiten für Achtsamkeit, Krisenbewältigung, Emotionsregulation und Kommunikation zu erlernen. Sie kann Menschen dabei unterstützen, in schwierigen Momenten mehr Handlungsspielraum zu gewinnen. Welche Form der DBT passend ist, sollte individuell mit qualifizierten Behandelnden besprochen werden.

Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine psychotherapeutische oder medizinische Beratung.

 

9 Tipps für deine DBT-Gruppentherapie: Achtsam teilnehmen und Skills im Alltag stärken

  1. Komme möglichst regelmäßig und pünktlich.
  2. Bringe dein Skills-Handbuch und Schreibzeug mit.
  3. Übe die Skills auch zwischen den Sitzungen.
  4. Höre anderen aufmerksam und wertschätzend zu.
  5. Teile nur, was sich für dich sicher anfühlt.
  6. Sprich offen an, wenn etwas unklar ist.
  7. Nutze Achtsamkeit, um im Moment zu bleiben.
  8. Notiere Situationen, in denen du Skills ausprobierst.
  9. Bitte die Gruppenleitung bei Bedarf um Unterstützung.

Komme möglichst regelmäßig und pünktlich.

Versuche, möglichst regelmäßig und pünktlich an der DBT-Gruppentherapie teilzunehmen. So kannst du den Inhalten Schritt für Schritt folgen, verpasst wichtige Übungen nicht und stärkst den Kontakt zur Gruppe. Falls du einmal nicht kommen kannst oder dich verspätest, gib der Leitung nach Möglichkeit rechtzeitig Bescheid.

Bringe dein Skills-Handbuch und Schreibzeug mit.

Bringe dein Skills-Handbuch und Schreibzeug zur DBT-Gruppentherapie mit. So kannst du wichtige Inhalte, hilfreiche Strategien und persönliche Erkenntnisse direkt festhalten und später in Ruhe nachlesen. Notiere dir auch Fragen oder Situationen aus dem Alltag, bei denen du die besprochenen Fertigkeiten ausprobieren möchtest.

Übe die Skills auch zwischen den Sitzungen.

Übe die DBT-Skills auch zwischen den Gruppensitzungen – am besten regelmäßig und zunächst in Alltagssituationen, die überschaubar sind. So werden die Fertigkeiten vertrauter und lassen sich in belastenden Momenten leichter abrufen. Notiere, was gut funktioniert hat und was dir schwerfiel, und besprich deine Erfahrungen in der nächsten Sitzung.

Höre anderen aufmerksam und wertschätzend zu.

In der DBT-Gruppentherapie bedeutet aufmerksam und wertschätzend zuzuhören, anderen ohne Unterbrechung Raum zu geben und ihre Erfahrungen ernst zu nehmen – auch wenn sie sich von den eigenen unterscheiden. Versuche, nicht sofort zu urteilen oder Ratschläge zu geben, sondern dich zunächst auf das Gesagte zu konzentrieren. Eine offene, respektvolle Haltung schafft Vertrauen und trägt dazu bei, dass sich alle Beteiligten sicherer fühlen und voneinander lernen können.

Teile nur, was sich für dich sicher anfühlt.

In der DBT-Gruppentherapie bestimmst du selbst, was du von dir erzählen möchtest. Teile nur so viel, wie sich für dich sicher und stimmig anfühlt – du musst keine persönlichen Details preisgeben, bevor du dazu bereit bist. Es ist völlig in Ordnung, zunächst zuzuhören oder eine Frage auszulassen. So kannst du in deinem eigenen Tempo Vertrauen aufbauen und die Gruppe als geschützten Raum erleben.

Sprich offen an, wenn etwas unklar ist.

Sprich offen an, wenn etwas unklar ist – zum Beispiel eine Übung, ein Begriff oder die Erwartungen an die Gruppentherapie. Nachfragen ist ausdrücklich erlaubt und hilft dir, die Inhalte besser zu verstehen und sicher anzuwenden. Oft profitieren auch andere Teilnehmende von der Klärung. Du musst keine persönlichen Erfahrungen teilen, wenn du dich damit nicht wohlfühlst; sag der Gruppenleitung einfach, was du brauchst.

Nutze Achtsamkeit, um im Moment zu bleiben.

Achtsamkeit hilft dir, im gegenwärtigen Moment zu bleiben, statt dich von Sorgen über die Zukunft oder Gedanken an die Vergangenheit mitreißen zu lassen. Nimm bewusst wahr, was du gerade siehst, hörst und spürst, und beobachte deine Gedanken und Gefühle, ohne sie sofort zu bewerten. In der DBT-Gruppentherapie kannst du solche Übungen gemeinsam erproben und herausfinden, welche dir im Alltag helfen, innezuhalten und bewusster zu reagieren.

Notiere Situationen, in denen du Skills ausprobierst.

Notiere dir Situationen, in denen du DBT-Skills ausprobierst: Was ist passiert, welche Fähigkeit hast du eingesetzt und wie hast du dich danach gefühlt? So erkennst du mit der Zeit, welche Strategien dir in bestimmten Momenten helfen und wo du noch weiter üben möchtest. Sei dabei freundlich und geduldig mit dir selbst – jeder Versuch ist ein wichtiger Schritt.

Bitte die Gruppenleitung bei Bedarf um Unterstützung.

Wenn Ihnen eine Übung schwerfällt, Sie unsicher sind oder ein Thema Sie stark belastet, sprechen Sie die Gruppenleitung an. Sie kann Fragen beantworten, gemeinsam mit Ihnen passende nächste Schritte überlegen und darauf achten, dass Sie sich in der Gruppe sicher und gut begleitet fühlen. Sie müssen nicht warten, bis die nächste Sitzung vorbei ist: Bitten Sie bei Bedarf um Unterstützung – Ihre Anliegen dürfen Platz haben.